Aus dem Rahmen fallen...?

Aus dem Rahmen fallen...?
Foto: Volker Link

Liebe Interessierte,

wer mich länger kennt, weiß, dass es schwer fällt, mich in Schubladen zu stecken. Gleichzeitig kann man sich stets auf mich verlassen und weiß genau, woran man bei mir ist. Tatsächlich wurde mir bereits als Kind stets mitgegeben: "Was Du sagst, muss wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, musst Du auch sagen!"

Tja, schon öfter habe ich mir daher im beruflichen Alltag den ein oder anderen Kommentar, gerade auch in öffentlichen Ratssitzungen, verkniffen und mich an meine rein beratende Rolle ohne Stimmrecht erinnert. Und nun?

Welcher "neue" Rahmen gilt denn nun für mich im Wahlkampf und hoffentlich dann auch in der neuen Rolle als Ihre und Eure Samtgemeindebürgermeisterin? Welche neuen Erwartungen werden (zu Recht) an mich gestellt? Zuhause und auch in der Öffentlichkeit verschiebt sich da gerade Einiges. Zum einen bekomme ich sehr sehr viel Zuspruch, Unterstützung und den Rücken freigehalten. Das ist großartig und ich weiß es sehr zu schätzen. Zum anderen wird mir zu mehr Profilschärfung geraten. Ich sei oft "zu nett". Ja, das merke ich auch an der ein oder anderen Stelle.

Aber möchte ich das aufgeben? Nein. Ich möchte weiterhin die Hand reichen, unterstützen und für andere da sein. Aber ich möchte auch deutlich machen, wo ich stehe, was mich ausmacht, dass meine Positionen nicht beliebig sind.

Also arbeite ich gerade intensiv an meinem Eingangsstatement für den MK-Kandidaten-Talk am kommenden Dienstag (01.09.2026, ab 19 Uhr in der Alten Schule in Lauenbrück).

Da ich noch nicht weiß, wieviel Zeit mir dort zur Verfügung stehen wird, hier schon einmal in Kürze:

1) "Die Hoppe aus der Verwaltung wirft Vereinen ständig Knüppel zwischen die Beine" ==> so oder so ähnlich kann ich es häufiger lesen oder über drei Ecken hören. Das stimmt nicht. Ich weiß, wie viel Herzblut, Zeit und Verantwortung viele Ehrenamtliche in ihre Vereine, Feuerwehr, Dorffeste etc. stecken. Dieses Engagement ist ein Schatz unserer dörflichen Gemeinschaft und das Fundament unseres Zusammenhalts. Für das Ehrenamt und alle anderen Engagierten stehe ich und steht natürlich auch das Team der Verwaltung gerne mit Rat und Tat und Expertise zur Verfügung. Wenn man uns denn (rechtzeitig) fragt. Auch uns, insbesondere mir, macht es keinen Spaß, die "Spaßbremse" zu sein. Fairer Weise muss aber auch gesagt werden, dass bei allem Engagement und guten Willen die Verwaltung nicht dafür da ist, Dinge einfach durchzuwinken. Wenn man für Veranstaltungen z.B. ein Zelt bucht, braucht das Vorlaufzeit, Planung und gemeinsame Gespräche. Genauso ist es mit einer passgenauen behördlichen Verfügung, wofür vielleicht sogar noch andere Behörden, Polizei, Jugendamt etc. einzubinden sind. Da darf man gerne auch mal 3-4 Monate vorher anrufen, einen gemeinsamen Termin vereinbaren und dann haben wir auch alle genügend Zeit, abgestimmt kreative Lösungen zu finden. Dafür bin ich immer gerne zu haben und das bleibt auch so. Ideen und Rahmenbedingungen besprechen, alle informieren und dann umsetzen, was möglich ist.

2) "Das haben wir schon immer so gemacht" ==> ist das ein echtes Konzept? Schaue ich auf unsere Traditionen und das Brauchtum (z.B. Osterfeuern, Erntefeste), fällt mir auf, dass sich durchaus in den letzten 20, 30 Jahren rechtliche Rahmenbedingungen verändert, gesellschaftliche Erwartungen gewandelt und auch Wünsche und Ideen zur Umsetzung weiterentwickelt haben. Daher bin ich überzeugt, dass "machen wir so wie immer" keine Tradition lange zukunftsfähig hält. Mittlerweile wäre es fahrlässig, Zufahrten z.B. zum Flohmarkt, ungeschützt offenstehen zu lassen. Also gibt es Absicherungen und auch in Doppelfunktion schützend und werbend aufgestellte Bagger, Land-/Forstmaschinen. Kreative Sicherheitsvorkehrungen. Auch an anderen Stellen ist es richtig, Traditionen dadurch zukunftsfähig zu machen, dass man ihnen Wandlung und Anpassung erlaubt. Auch dafür ist es wichtig, frühzeitig gemeinsam über Wünsche, Notwendigkeiten und Umsetzungsmöglichkeiten in den Austausch zu gehen. Auch dafür bin ich gerne da.

3) "Ich lehne die AfD in ihren Strukturen, Aussagen und Angriffen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung klar ab". Punkt. Aber ich lehne keinen Menschen ab. Egal, wo er oder sie bei Wahlen sein oder ihr Kreuz setzt. Da bin ich einfach überzeugt vom Wahlgeheimnis. Bei jedem Menschen, aber gerade bei besorgten oder enttäuschten Menschen, interessiert mich, warum das so ist. Ich bin der Meinung, dass uns das Ignorieren von Sorgen und Enttäuschungen bestimmt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt zurückbringt. Gerade Gespräche, bei denen uns die Antworten nicht gefallen, müssen doch in einer Demokratie geführt werden. Meine Argumente in Runden unterzubringen, die ohnehin meiner Meinung sind, ist doch leicht. Verantwortung übernehmen heißt aber, auch unbequeme Wege zum Ziel zu gehen.

Das heißt nicht, dass ich keine klare Haltung habe. Die habe ich. Die Würde des Menschen, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Respekt sind für mich nicht verhandelbar.

Mit diesem Wertekompass liefere ich und verspreche ich keine einfachen Lösungen und falle vielleicht auch damit aus dem Rahmen. Aber ich biete an und verspreche, ich bin da. Klar, wertebasiert, lösungsorientiert und immer voller Einsatz.

Und damit werbe ich um Ihre und Eure Stimme am 13.09.2026 und ggf. (sehr vermutlich) für eine Stichwahl am 27.09.2026. Ich möchte wirklich gerne Ihre und Eure Samtgemeindebürgermeisterin werden.

Aber Verantwortung zu übernehmen funktioniert nicht, indem eine alleine vorne steht, freundlich grüßt und alle anderen gucken zu.

Daher bitte ich um Größeres: bitte überlegen Sie sich, überlegt Euch, wie unsere Dörfer, unsere Samtgemeinde in acht Jahren aussehen soll. Was brauchen wir? und was kann jeder einzelne von uns dazu beitragen?

Ich bin bereit, aus meinem alten Rahmen herauszukommen, Verantwortung zu übernehmen. Und hoffe, Sie und Ihr seid das auch?

Bis hoffentlich Dienstag, Ihre und Eure Henrike Hoppe

-Kompetenz, die verbindet.-